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Arbeitstreffen Schultheater

März 2, 2010

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28. Arbeitstreffen SCHULTHEATER Berlin

 SpielArt berichtet täglich aktuell mit Aufführungskritiken und Fotos aus  der engagierten Sicht von  Schülerinnen und Schülern

1. Tag: 1. März 2010 in der Luise-Henriette-Oberschule

132.jpgKönig Hirsch

Arndt-Gymnasium Dahlem, DS-Kurs 4. Sem.
Spielleiter: Harro Pischon

Eine Inszenierung, wiedergespiegelt in zwei Berichten

Faszinierende Commedia-Masken

sahen Florian Scholz & Robert Kriener, 12. Klasse, Barnim-Oberschule

Wie kann man auf dem einfachsten Wege König werden? – Indem man den amtierenden Herrscher mithilfe einer List in einen Hirsch verwandelt. So jedenfalls hat es Tartaglia gemacht, um sich am König Deramo zu rächen, da dieser seine Tochter als Braut abgewiesen hatte und anstelle ihrer genau jene auswählte, mit der Tartaglia selbst liebäugelte. Ein sicherer Plan, wenn da nicht der mysteriöse Zauberer wäre…
Nachdem wir Euch den Inhalt des Stückes kurz vorgestellt haben, möchten wir nun etwas mehr auf die darstellerische Leistung eingehen: Besonders fasziniert waren wir von den Commedia-Masken, die uns bis dato gänzlich unbekannt waren.

223.jpgAuch die Bühnengestaltung mit  Hilfe dreier Platten, die durch verschiedene Anordnungen die Spielorte kennzeichneten, war schlicht, jedoch völlig ausreichend. Dadurch war eine uneingeschränkte Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf die Schauspieler möglich. Besonders hervor tat sich hierbei der Minister und  spätere Verräter Tartaglia, der eine konstant hervorragende Präsenz aufweisen konnte. Auch sprachlich wusste er zu überzeugen. Generell ist die Textsicherheit bei allen Darstellern sehr zu loben, auch wenn der Text gelegentlich nur aus Wiederholungen bestand, wie z.B. beim Vater der Angela, der es einfach nicht glauben konnte, dass seine Tochter nun Königin wird und dies immer wieder, ohne es richtig zu auszuspielen, rief. Auch die Art der beiden zufällig im Wald angetroffenen Arbeiter, die den Hirsch und den Leichnam zum Palast tragen sollten, passte vom Stil absolut nicht zum Rest des Stückes.
Die Kostüme der Darsteller verhalfen dem Zuschauer zu einer leichten Identifizierung der einzelnen Rollen. Die bereits erwähnten Masken ersetzten die Mimik gänzlich, wodurch die Darsteller leichter in ihrer Rolle bleiben konnten. Dennoch waren Gesichter zu sehen, allerdings nur über eine Projektion. Der genaue Sinn und Zweck dieser Antlitze blieb jedoch wie ein guter Spion, nämlich im Verborgenen. Allerdings wurde die Projektion gelegentlich auch dazu eingesetzt, um den Spielort mit Hilfe von visuellen Effekten zu verdeutlichen. Der zweite technische Aspekt, nämlich das Licht, war größtenteils passend, jedoch teilweise nicht auf die Positionen der Darsteller abgestimmt. Ein großer Kritikpunkt im technischen Bereich war aber die oftmals zu laute Musik, sowie die zu langen Pausen zwischen den einzelnen Szenen.

Alles in Allem fanden wir das Stück sehr ansprechend und unterhaltsam, auch wenn man kurzzeitig einen sehr langen Atem benötigte, so wie ein Posaunenspieler.

6.jpgEin magischer Moment

Rezensiert von Georg, Marija und Felicia

Der Raum voller Theaterleute. Tuscheln. Alle sitzen gespannt auf ihren Sitzen. „Ich bitte Sie alle, mal kurz ganz still zu sein! [Stille] Haben Sie das gemerkt? Das war ein magischer Moment!“
Ob man nun diesen magischen Moment gemerkt hatte oder nicht – wir hatten alle etwas gemeinsam - wir waren neugierig auf das nun folgende Theaterstück. Die erste Inszenierung des „Arbeitstreffens Schultheater Berlin 2010“, aufgeführt von den DS-Schülern des Arndt-Gymnasiums aus Dahlem, war der in Masken, Musik und Licht verpackte König Hirsch. In einer bizarren Verwicklung von Umständen versuchte König Deramo seinen eigenen Körper zurück zu bekommen, damit seine geliebte Angela wieder zu ihm zurückfinden würde. Dargestellt durch enorm viele Schauspieler wurde das Stück der commedia dell’arte zum Leben erweckt.
Bemerkenswert waren der gekonnt abgepasste Einsatz des Lichts und der Musik, wobei diese jedoch teilweise merkwürdig gewählt war. Klassik und neoklassische Technobeats gaben sich die Klinke in die Hand. Die Inszenierung der Wutszenen des Tartaglias wurde mit dem Scheinwerferlicht von unten sehr eindrucksvoll umgesetzt. Vor allem in der ersten Reihe wurde man regelrecht mitgerissen. So wandten sich die Schauspieler auch manchmal dem Publikum zu, was die einen oder anderen Lacher hervor brachte.
Alle Schauspieler waren mit Masken ausgestattet, was das Spiel schwerer machte, aber das Stück keineswegs schmälerte - im Gegenteil, es war eine Bereicherung. 4.jpgAllerdings wurde die Sprache hinsichtlich der Lautstärke durch die großen Masken  teilweise sehr stark beeinträchtigt. Die typischen Grundcharaktere der commedia dell’arte wurden amüsant dargestellt und das ganze Stück lebte von dem sehr gut umgesetzten körperbetonten Spiel, wobei die Bühne den Schauspielern manchmal nicht groß genug zu sein schien. Die Spielfläche wurde zusätzlich durch drei selbst gewählte weiße Wände eingeschränkt, deren Einsatz auf uns durchweg fragwürdig wirkte. Partiell wirkte das Stück auch ein wenig wie eine Aneinanderreihung von Szenen ohne 3.jpgfließende Übergänge.
Rundum überwog bei uns trotzdem ein positives Gefühl, welches auch nochmal durch starke Leistungen der Nebenrollen, wie des gejagten Bären oder der schamlos aufreizenden Smeraldina, bekräftigt wurde.
Wir danken allen Mitwirkenden für diesen magischen Moment.
Alle Fotos: Denis Hegel

Topics: Allgemein, Festivals, Schule macht Theater |

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