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Eine Glosse von Thorsten Böhm
Juni 29, 2008
Swingjugend tanzt am Berliner Hauptbahnhof - Ein Skandal!
Sonntag Nachmittag, 14.30 Uhr auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof. Jener denkwürdige Sonntag des 22. Juni, an dem vor 67 Jahren der Krieg gegen die Sowjetunion begann und schon einmal solche Typen die Dreistigkeit besaßen, zu provozieren. Auffallend ihre Aufmachung, herausfordernd ihr Getue. Unbekümmert wird eine Musikanlage in Betrieb gesetzt, und zu den Mißtönen eines englischen Swing schlenkern die Jünglinge und die Dämchen mit den Armen, zucken mit den Füßen, ließen auf den Einspruch eines Mitbürgers nur ein höhnisches Gelächter hören.
Aber es kommt noch besser. Plötzlich setzt die Clique sich in Bewegung, marschiert mit „Huh“ & „Hah“ geradewegs durch den Bahnhof. In der U-Bahnhalle sammelt sich die Meute und startet mit der Parole „Swingkids aller Länder vereinigt euch“ ein Koffergrammophon. Tanzen kann man das nicht nennen, was man hier jetzt über sich ergehen lassen muss.
Endlich schreitet die Polizei ein, woraufhin die Meute sich in alle Winde zerstreut. Ein anständiger Mitbürger meldet sich lautstark zu Wort und drückt aus, was wohl alle denken: Schluss damit! Doch weit gefehlt, kriecht diese Seuche wieder aus ihren Löchern hervor und fängt auch noch eine blutige Schlägerei mit uns aufrechten Deutschen an. Niedergetrampelt müssen wir uns zurückziehen.
Diese Pest tanzt einfach weiter. Auf dem Höhepunkt dieser ganzen Ungeheuerlichkeit werden scheinbar zwei englische Diplomaten johlend mit Blitzlichtgewitter und Bravo-Rufen empfangen. Ich frage Sie, wo soll das alles noch hinführen?
Wie auf Flugschriften zu lesen ist, hat anscheinend das Atze Musiktheater, eigentlich eine renommierte Adresse, diesen ganzen Popanz organisiert. Nun, wo dem Volksempfinden so frech die Stirn geboten wird, da kann und muss zur Selbsthilfe gegriffen werden. So etwas soll uns nicht wieder passieren. Wo diese Erscheinungen als öffentliches Ärgernis auftreten, da ist jeder berechtigt zu zeigen, dass man nicht ungestraft mit der Würde unserer Heimat Schindluder treibt. Diese verbogenen Figuren müssen mit ihrer krummen Haltung, ihrem ganzen lächerlichen Gehabe geradegeklopft werden, wo sie sich sehen lassen. Wir wollen unsere Straßen, unsere Lokale sauber halten. Also aufgepasst, wenn diese Cliquen sichtbar werden. Aufgepasst und zugefasst.
Torsten Böhm
Und übrigens, Swing macht Plattfüße, sehen Sie selbst: ![]()
Siehe dazu auch unsere vorhergehenden SpielArt-Meldungen vom 21.Juni und vom 22.Mai
Topics: Allgemein, Jugendtheater, Politisches Theater, Tanztheater |
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